Jeans – von der Arbeitskleidung zur Designer-Mode

Dezember 23rd, 2011

Die Jeans ist heutzutage als Kleidungsstück einfach nicht mehr wegzudenken. Männer, Frauen und Kinder jeder Altersklasse tragen die bequeme und stylische Hose gerne zu den unterschiedlichsten Anlässen. Trotz Ihrer Beliebtheit wissen die wenigstens, wo die beliebte Hose eigentlich ursprünglich herkommt und welchen Wandel sie im Laufe der Zeit durchlebt hat.

Hingegen vieler Annahmen stammt die Jeans nicht ursprünglich aus Amerika, sondern aus Frankreich. Ihren Namen verdankt sie der Stadt Genua, französisch Gênes, wo die Marinearbeiter als Erste die Bleu de Gente, zu Deutsch das Blau Genuas, trugen. Erst 1850 begann die Geschichte der Jeans in Amerika. Dort ließ der Stoffhändler Levi Strauss die ersten Arbeitshosen aus Stoff für die kalifornischen Goldwäscher nähen, die damals noch aus Hanffaser bestanden. Der Schneider Jacob Davis brachte die Idee auf, die Taschenecken mit Nieten zu versehen, um somit ein Einreißen zu verhindern.

Die so entstandene Nietenhose meldeten Strauss und Davis 1873 zum Patent an. Erst 1883 wurde der Hanfstoff durch blau gefärbten Denim ersetzt. Dieser Begriff leitet sich aus der Kurzform der Stadt Nimes ab, in welcher der erste Webstoff für die Jeans entwickelt wurde. Diese Bezeichnung ist bis heute gebräuchlich. 1920 setzte sich schließlich der Begriff Jeans in Amerika durch. Nicht nur Goldwäscher trugen diese Hosen, auch bei Cowboys, Arbeitern und Farmern wurde sie im Laufe der Zeit immer beliebter, nicht zuletzt wegen ihrer Strapazierfähigkeit. Die modische Weiterentwicklung der Jeans ging ständig voran. 1930 wurden schließlich die Hosenträger durch einen Gürtel ausgetauscht und Jeansjacken fanden ihren Ursprung.

Nach Europa kam die Jeans erst im zweiten Weltkrieg. Ab den 1950er Jahren wurden sogar Jens für Frauen produziert. Richtig erfolgreich wurde die Jeans in den 1960er Jahren, wo sie als Symbol der Jugendprotestbewegung galt. Ihren Durchbruch als Alltagsbekleidung schaffte sie erst durch die Hippybewegung, in der sich die Formen und Farben der Hose stark veränderten. Markenzeichen zu dieser Zeit war die Jeans mit weit ausgestelltem Bein. Ein weiterer Meilenstein in der Jeansgeschichte ist in den 1980er Jahren zu verzeichnen. Die Glockenform verschwand und die Beinformen änderten sich drastisch.

Röhrenjeans und die Karottenform wurden populär. Des Weiteren kam der Used-Look, die auf alt getrimmten Jeans, auf. In den 1990er Jahren hingegen wurde die Röhrenjeans schon wieder unmodern und Skater und Baggy Jeans kamen in Mode. Neue Jeansmarken eroberten den Markt mit dem Vintage und Retro-Look. Auch die Schlag- und Röhrenjeans erlebten ihr Revival, wobei der Bund in den 90er Jahren deutlich tiefer saß.

Heutzutage ändert sich die Jeansmode inzwischen fast jährlich, wobei die beliebten Modelle, wie Röhrenjeans, Jeans mit ausgestellten Beinen und auch der Used-Look immer wieder aufs Neue ein Revival erleben. Unmodisch vermag sich mit einer Jeans daher niemand wirklich zu kleiden.



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